Superbia Verlag

Der Verlag

Der Superbia Verlag wurde 2004 nach langer Beschäftigung mit mythologischen Themen gegründet. In vielen öffentlichen Vorträgen zu diesen Themen, wobei psychologische, philosophische und religionswissenschaftliche Deutungen im Mittelpunkt standen, konnte ein starkes Interesse der Öffentlichkeit an Hintergrundinformationen festgestellt werden; dies führte zur Motivation des Verlages, Basis- und Quellentexte, die für eine zeitgemäße Bearbeitung dieser Themen unerläßlich scheinen, zu sichten, zu sammeln und neu herauszugeben.
Für die Publikation stehen die Bereiche Kulturgeschichte, Philosophie, Mythologie, Religionswissenschaft, „Aberglaube“ und „Magie“ im Mittelpunkt. Da auch in der heutigen Zeit christliche Standpunkte und Argumentationen gegenüber den nichtchristlichen relativ überwiegen, sollen letztere besondere Beachtung finden, ohne damit antichristliche Argumentationen zu vertreten.

In der heutigen Zeit, die scheinbar immer schneller vorwärts stürmt und der Fortschrittsideologie folgt, kommt es darauf an, einmal innezuhalten und sich seiner Herkunft und seiner Vergangenheit, seiner verschütteten aber dennoch lebendigen Tradition zu vergewissern.

Vergangene, scheinbar überholte und an den Rand gedrängte Anschauungen, Erlebnisweisen und die sie repräsentierenden Texte sollen wieder zugänglich gemacht werden, weil sie es vermögen, uns in der heutigen Unübersichtlichkeit einen Spiegel vorzuhalten. Dabei sollen drei übliche Verfahrensweisen vermieden werden: Die Identifikation, die Bekämpfung und das Unschädlichmachen. Bei der Beschäftigung mit solchen Themen gerät man erstens in die Versuchung oder den Verdacht, diesen zu verfallen, also selbst antichristlich oder heidnisch zu werden; um diesen Verdacht im voraus schon abzuwehren, bekämpft und widerlegt man solche Anschauungen oder begnügt sich drittens mit einer rein wissenschaftlichen Sichtung, Systematisierung oder Erklärung.
Demgegenüber besteht das Anliegen des Verlages in einer reflektierten Aneignung, Diskussion und Aufarbeitung dieser Themen, um den Anschluß an verschüttetes und vergessenes Gedankengut wieder herzustellen, wofür der Abdruck der entsprechenden Texte die Grundvoraussetzung ist.


Superbia




Buchmalerei aus „Hortus deliciarum“ (Garten der Köstlichkeiten) der Äbtissin Herrad von Landsberg aus dem 12. Jahrhundert.
Das im christlichen Sinne höchste Laster der Überheblichkeit und des Wunsches, Gott gleich zu sein - Superbia - reitet auf einem Löwenfell sitzend und sprengt mit der Lanze der Verführung gegen die christlichen Tugenden vor. Sie ist die personifizierte Sünde und damit eine Gestalt des Teufels.
Die Teufelsgestalt gewinnt erst aus der christlichen Umwertung der griechischen, römischen, germanischen u.a. Götter in Dämonen ihre Plastizität, schwankend zwischen Verführung und abscheulicher Häßlichkeit.
In Teufelsdarstellungen wie in Darstellungen der Laster oder Todsünden wirkt in karikierter Form heidnisches Gut weiter fort. Im Teufel vermischt sich u.a. der hellenistische Pan mit dem kretisch-griechischen Minotaurus und mit der alten Chaosschlange, die in vielen Kulturen (der germanischen, griechischen, ägyptischen, babylonischen und indischen) den Gegenpol zur geschaffenen und menschlich-übersichtlichen diesseitigen Welt ausdrückt. Hatten diese Kulturen aber noch ein Verständnis für die gebärend-verschlingende Kraft und erneuernde Potenz des Chaos, so wird dieses im christlichen Sinn zur satanischen, apokalyptischen Gefahr, der mit aller Gewalt die Riegel vorzusetzen sind. Im Teufel wird nur mehr das Bild einer blinden, sinnlosen Zerstörungswut, nicht mehr die Chance einer Weltneuwerdung gesehen.
Auf unserem Bild, einer Buchmalerei aus dem Hortus deliciarum der Äbtissin Herrad von Landsberg aus dem 12. Jahrhundert, finden sich viele Symbole: das Löwenfell der Kraft, der Turban der Überheblichkeit, die Lanze der Verführung. Superbia ist eine Frau (Verweis auf matriarchalische Spiritualität und Religiosität) und wird in der weiteren Folge der mittelalterlichen Illustrationen von den christlichen Tugenden in Gestalt von Soldaten (Barmherzigkeit, Hoffnung ...) von Pferd gezogen, geköpft und mit ihrem Pferd in die Grube geworfen.
Superbia ist aber nicht tot und der Kampf mit ihr erneuert sich in jedem Menschenleben.

Die Todsünden aus christlicher Sicht: Habsucht (avarita), Wollust (luxuria), Zorn (ira), Völlerei (gula), Neid (indivia), Hochmut, Ehrgeiz (superbia), Schwermut, Traurigkeit, Trägheit (acedia, tristitia, melancholia)

Logo


Im Logo sind verschiedene Symbole vereinigt: Zunächst drückt die Grundform das astrologische und alchemistische Symbol des Saturn aus, des sonnenfernsten und dunkelsten Planeten, seine alchemistische Ent-sprechung ist das Blei, welches die Erdenschwere und Melancholie aus-drückt (die Seele wird von der Macht der Realität „begraben“).

Alchemistische Symbole werden häufig durch eine Kombination von folgenden Symbolen dargestellt:


Sonne (Geist)


Mond (Seele)


Erde (Körper)

Die Erde wird im Logo zum umgekehrten Kreuz und der Mond zur Sichel. In vielen Mysterienkulten z.B. der Antike wird für den denjenigen, der in die Geheimnisse eingeweiht werden soll und damit initiiert werden soll eine symbolische Todesreise mit einem Abstieg in das Dunkle der Höhle (des Unterleibes der Erde), einem extremen Ausgeliefertsein an die Mächte des Todes zur Voraussetzung der Einweihung. Die gleichen Todesmächte wandeln sich im Moment des Rituals zu den Mächten der Lebenserneuerung und der Einweihung in eine höhere Erkenntnis. Blitzhaft klärt sich das Dunkel und das irdische vergängliche und relative Leben ist einer höheren Lebendigkeit gewichen.
Das Logo drückt diese Dynamik aus: Die Abstiegsbewegung nach unten, den Todesmächten zu und die Aufstiegsbewegung mit der Geburt eines neuen, unterirdischen und „schwarzen“ Lichtes.

Zu den Büchern:


Zu Beginn der Verlagstätigkeit überwog erstens der Abdruck antik-heidnischer Bücher (Porphyrios, Kaiser Julian) und von Texten des Aberglaubens.
Als zweiter Schwerpunkt kamen die jüdischen Schriftsteller Fritz Mauthner und Theodor Lessing dazu, dies wurde 2010 ergänzt durch den Abdruck philosophischer Texte von Paul Natorp.
Drittens können die Bücher zur Konservativen Revolution (Jung, Spengler und Natorp), sowie die Reihe Philosophie und Erster Weltkrieg genannt werden (Max Scheler, Natorp).
Ein vierter Schwerpunkt sind philosophische und andere Texte aus der frühen Neuzeit und dem 19.Jahrhundert: Daniel Defoe: Geschichte des Teufels, Lord Byron, Franz von Baader, Eduard von Hartmann.

Für 2011 sind geplant:

Theodor Lessing: Studien zur Wetaxiomatik - Der Bruch in der Ethik Kants.

Oscar A.H. Schmitz: Wege nach Atlantis. Märchen aus dem Unbewußten.

Paul Natorp: Deutscher Weltberuf.

Rudolf Kleinpaul: Die Lebendigen und die Toten. Volksglaube, Religion und Sage.


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Kontakt und Information:

Superbia Verlag
Holbeinstr. 61
04229 Leipzig
Tel./Fax: 0341/ 4929988



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